Sensationeller Kreuzfund PDF Drucken E-Mail
Abteilung Heimatforschung im OIV Roden e.V. - Abteilung Geschichtskreis im OIV Roden

Sensationeller Grabungsfund in der Mühlenstraße

P9240018Der „Rodener Geschichtskreis“ aus der Abteilung Heimatforschung im OIV Roden kann mit einem sensationellen Fund aufwarten. Es wurde ein Wegekreuz gefunden, das schon viele Jahrhunderte alt ist und im Schoß von Mutter Erde darauf gewartet hat, gefunden zu werden.

Aber fangen wir vorne an. Andreas Rival und Victor Rau aus der Gruppe „Wegekreuze in Roden“ machten sich im Januar dieses Jahres auf, die bekannten Kreuze in Roden zu fotografieren und katalogisieren. So kam man auch zum Kreuz  in der Mühlenstraße 66, das seit Kriegsende nicht mehr besteht. Im nahegelegenen Wohnhaus fragte man nach und es wurde ihnen ein Stein in der Hecke gezeigt, der etwa 30 cm aus den Boden ragte. Das sei der Sockel, auf dem das Kreuz gestanden hat, wurde den Beiden mitgeteilt.

P9240020Und ab da begann die langwierige Arbeit der Bürokratie. Eine Genehmigung zur Freilegung des Sockel vom Grundstückseigentümer musste her (und kam auch). Die Landesbehörde für Denkmalschutz wurde benachrichtigt und die schickten eine Spezialistin, die den Sockel für nicht Renovierungswürdig hielt. Also hatte keiner was dagegen, diesen Sockel durch Mitgliedern des Rodener Geschichtskreises freizulegen und einmal nachzusehen, was sich drunter befindet. Andreas Rival und Viktor Rau hatten die Hoffnung eine Kartusche zu finden. Wie bei einer Grundsteinlegung hätten in dieser die Daten der damaligen  Zeit stehen können

P9240022Bei der Freilegung des Kreuzsockels entdeckte man in diesem starke „Wetzrillen“. Diese weisen darauf hin, das bei den Wallfahrten in vergangenen Jahrhunderten, die Wallfahrer Partikel aus dem  Stein geschabt haben. Diese hat man dann mitgenommen und z.B.in das Essen getan. Dadurch versprach man sich  wundersame Dinge. Die Sitte des Abschabens hörte vor dem Dreißigjährigen Krieg auf. Im Kreis Saarlouis gibt es so einen Stein nur noch an der Kirche in Berus, aber nicht mit so ausgeprägten Rillen. Das wurde auch von der Spezialistin des Landesdenkmalamtes bestätigt.

Aber um nachzusehen ob noch eine Kartusche unter dem Sockel lag oder im Sockelboden eventuell eine Jahreszahl stand, musste dieser aus dem Erdreich gehoben werden. In unseren heutigen Zeiten macht man so etwas nicht mehr mit Muskelkraft, sondern setzt die vorhandene Technik ein. Mit einem Seil das den Stein nicht beschädigt und einer kräftigen Hydraulik an einem Kreuz-frei-2Gabelstapler wurde der Sockel nach oben gehoben.  Leider ohne Jahreszahl im Boden. Also schaute man noch einmal im Loch nach und stieß nach ca. 20 cm auf eine Platte. Nachdem die Größe und Dicke durch vorsichtiges Freilegen bekannt war, wurde auch diese heraus gehoben. Es war eine Platte, die auf einem Sockel stand und ein Kreuz trug. Sie lag nur anders herum im Boden.

In der Hoffnung die besagte Kartusche zu finden, grub man noch ein wenig weiter und stieß abermals auf eine Steinplatte. Also wieder vorsichtig die Erde entfernen und nachsehen, was es war.

Und dieses Mal war es eine dicke Überraschung. Da lag wiederum eine Platte und drei Teile mit einer glatten oberen Seite. Der rechte Teil hatte die Form eines Kreuzes. Also freilegen und vorsichtig umdrehen. Dafür genügten inzwischen die eigenen Kräfte der Ausgräber. Und siehe da, die Unterseite war nicht glatt. Es schälten sich die Formen eines Kruzifixes heraus, das in drei Teilen im Boden lag, mit dem Gesicht nach unten. Es ist davon auszugehen, das es sich um das Originalkreuz (15.-16. Jahrhundert?) handelt. Im Fußteil ist die Inschrift RENOVATUM 1824 noch sehr gut zu lesen. Im oberen Bereich das bei Kreuzen übliche INRI.

Eine Kartusche wurde trotz weiterer Suche nicht gefunden. Aber der Fund überhaupt ist eine schöne Belohnung für die engagierten Leute in der Abteilung Heimatforschung des OIV Roden, dem Rodener Geschichtskreis.

Inzwischen Ist der Fund in die Heckenstraße 7 gebracht worden und kann da besichtigt werden. Die saarländischen Spezialisten vom Koservatoramt, Dr. Schreiber aus Saarbrücken, haben sich das Kreuz näher angesehen und den Heimatverein zu ihren Fund gratuliert.

Der Sockel scheint noch ursprünglich zu sein. Er droht auseinander zu fallen und schnelle Hilfe tut Not. Vermutlich ist er vom Limberg, zumindest ist die Strucktorierung entsprechend. Das Kreuz hat man später aus einem anderen Stein gemeißelt. Es ist härter und hat auch nicht die Strucktorierung wie der Sockel. Ist aber auch schon renoviert worden.

Man schätzt das Kreuz auf ca. 1760, Anfang des Barock.

Wie die Recherchen ergaben ist das Kreuz in den 30er Jahren in 1,40 m Tiefe vergraben worden. Es waren wohl unruhige Zeiten und das Alte Kreuz sollte für die Nachwelt vor den damaligen Unholden geschützt werden.

Wir werden weiterhin berichten, was mit dem Fund geschieht und wo er dann letztendlich den Rodener Bürgern gezeigt wird.